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Abschied von lieb gewonnenen Geschäftsmodellen: Umbruch bei Desktops, Laptops und Tablets

26. April 2013

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aDie Zahl der internetfähigen Endgeräte steigt rapide. So schätzt das Marktforschungsinstitut IDC, dass die Gesamtzahl der neu verkauften Desktops, Laptops und Tablets zwischen 2010 und 2017 um durchschnittlich 10% p.a. auf insgesamt 730 Mio. Stück steigt. Mit dieser Dynamik des Gesamtmarktes vollzieht sich innerhalb der Endgerät-Klassen ein dramatischer Bedeutungswandel. So gewinnen Tablets immer mehr Zuspruch und dürften in dieser Frist ihren Anteil an allen Neuverkäufen von 5% auf dominante 48% ausbauen. Gleichzeitig können die Laptops bei der absoluten Verkaufszahl nicht mehr allzu stark zulegen, sodass ihr Anteil an allen Neuverkäufen von 55% auf 33% sinken dürfte. Am deutlichsten aber trifft der Umbruch die Desktops. Diese verlieren bereits heute und weiter anhaltend nicht nur relativ zu den beiden anderen Endgeräte-Klassen, sondern auch bezüglich der absoluten Verkaufszahlen. So dürften 2017 weltweit knapp 14 Mio. Stück weniger Desktops verkauft werden als 2011.

Dieser massive Umbruch fußt auf einer technischen, aber auch auf einer regionalen Komponente. In technischer Hinsicht bedeutend sind der deutliche Preisverfall (z.B. fiel der durchschnittliche Tablet-Preis 2012 gg. Vj. um 13%), die steigende mobile Bandbreite und die mit dem Cloud Computing schnell wachsenden Anwendungen. So kommen jüngst immer mehr zugeschnittene Business-Angebote auf den Markt. Damit finden sich die Tablets in den Unternehmen heute längst nicht mehr allein im Vertrieb, sondern immer öfter auch in der Fertigung und der Wartung.

In regionaler Hinsicht bedeutend sind die sich ändernden Nutzungsgewohnheiten in den hoch entwickelten Ländern, aber auch den Schwellenländern. In den hoch entwickelten Ländern fühlen sich immer mehr Nutzer mit den Tablet-Anwendungen so gut versorgt, dass sie in der nächsten Generation beim Ersatzkauf auf einen zusätzlichen Desktop bzw. Laptop verzichten. Die besondere Dynamik des Umbruchs gründet allerdings auf die Entwicklung in den Schwellenländern. Hier meidet ein immer größerer Anteil der schnell wachsenden Kundengruppe die althergebrachten Alternativen und setzt schon bei der Erstausstattung allein auf Tablets.

Der Umbruch bei Desktops, Laptops und Tablets ist also massiv und vollzieht sich schnell. Doch dieser Umbruch betrifft nicht allein die Endgerätehersteller selbst. Stattdessen sind auch die über die Wertschöpfungskette eng verbundenen Unternehmen (vom Chip-Produzenten bis hin zum Software-Haus) dringend gefordert. Auch diese sollten kritisch überprüfen, ob ihre Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich Technik und Anwendungssituation den künftigen Anforderungen entsprechen. Diese Überprüfung wird in der gesamten IT-Branche mit mannigfaltigen Abschieden von lieb gewonnenen Geschäftsmodellen einhergehen. Strategische Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette und technische Entwicklungen hinsichtlich Individualisierung, Emotionalisierung und nomadischer Nutzung zeichnen sich dabei heute ab.

 

 

Siehe dazu auch
Cloud Computing in Bildung und Forschung: Aufwind im wissenschaftlich kreativen Umfeld. Deutsche Bank Research. Aktueller Kommentar. Frankfurt am Main.

 

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