Deutsche Bank Research
Aktueller Kommentar
Elektroautos legen Fehlstart hin – Dilemma für Autoindustrie und Staat
Der Anteil von Elektro- und Hybridautos an den gesamten Pkw-Neuzulassungen in Deutschland lag 2016 bei 1,8%. Es ist damit immer noch ein Nischenmarkt – trotz der seit letztem Jahr gewährten Subventionen. Hohe Anschaffungskosten, Unsicherheiten über den Wiederverkaufswert oder die Haltbarkeit der Batterie, beschränkte Reichweiten, eine unzureichende Ladeinfrastruktur oder lange Ladezeiten lassen den durchschnittlichen Autokäufer einen Bogen um Elektroautos machen. Die Kaufzurückhaltung stellt Automobilindustrie und Staat vor ein Dilemma: Strenge CO2-Grenzwerte für Neufahrzeuge erfordern hohe Investitionen der Branche in die Elektromobilität, denen auf absehbare Zeit keine entsprechenden Erlöse gegenüberstehen. Für den Staat kann es zu einer Wahl zwischen kostspieligen Subventionen auf der einen oder einem Verfehlen klimapolitischer Ziele auf der anderen Seite kommen. [weiter]
Globale Finanzmärkte
Synthetische Verbriefung: Comeback im Stillen
In letzter Zeit sind die Verbriefungsmärkte wieder in den Blickpunkt der politischen Entscheidungsträger gerückt, dieses Mal allerdings als erhofftes Allheilmittel für die schwache Kreditvergabe in Europa statt als Schuldige der Finanzkrise. Aktuell liegt der Fokus größtenteils auf True-Sale-Verbriefungen. Dennoch besitzt die synthetische Verbriefung ebenso nennenswertes Potenzial, insbesondere für die KMU-Kreditvergabe. In den letzten Jahren verzeichnete die synthetische Verbriefung gemischte Trends: 1) Komplexe Arbitrage-Geschäfte sind fast vollständig verschwunden. 2) Klassische synthetische Verbriefungen sind 2016 auf ein Emissionsvolumen von EUR 94 Mrd. angestiegen. Die Transaktionen sind mittlerweile vorwiegend nicht-öffentlich, aber trotzdem deutlich weniger komplex und von robuster Assetqualität. Klassische synthetische Verbriefungen in den Regulierungsrahmen für einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (STS) einzubeziehen, wäre sinnvoll und könnte zur Erholung der Kreditvergabe in Europa beitragen (nur auf Englisch verfügbar). [weiter]
Ausblick Deutschland
Ausblick Deutschland: Risiken für den Export – trotz unterstützender EZB
Das deutsche BIP-Wachstum in 2016 erhöhte sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren weiter (1,9% gg. Vj. nach 1,7%, bzw. 1,6%). Einige temporäre Faktoren (Flüchtlingszustrom, geringe Inflation, Stärke des Arbeitsmarktes) sorgten für eine äußerst robuste Binnenwirtschaft. Die Verlangsamung der Exporte belastet dagegen die privaten Ausrüstungsinvestitionen. Etwa die Hälfte des BIP-Wachstums ging auf Staatsausgaben zurück. Insgesamt deckte sich die Entwicklung weitgehend mit unseren Erwartungen und verändert daher unseren Ausblick auf 2017 nicht: Da einige günstige Faktoren abklingen und ein Arbeitstageeffekt dämpft, dürfte sich das BIP-Wachstum in 2017 auf 1,1% abschwächen. Jüngste Stimmungsindikatoren signalisieren gewisse Aufwärtsrisiken für unsere Konjunkturprognose. Weitere Themen:„Border Adjustment Tax“: Was ist das und was bedeutet es für deutsche Unternehmen? EZB: Geduld, Transparenz und Kerninflation.  [weiter]
Globale Finanzmärkte
Bargeld, Freiheit und Verbrechen: Bargeld in der digitalen Welt
Obwohl der Zahlungsverkehr zunehmend digital wird, wächst in Europa die Nachfrage nach Bargeld. Der Euro-Bargeldumlauf ist mittlerweile auf 1,1 Billionen Euro gestiegen – eine Verdreifachung im Vergleich zu 2003. Bargeld setzt der Macht der Zentralbanken Grenzen, es gewährleistet Datenschutz und kann somit dazu beitragen, Bürgerrechte zu sichern. Andererseits geht eine intensive Nutzung von Bargeld häufig mit einer stärkeren Schattenwirtschaft einher. Der Wechsel zu bargeldlosen Zahlungen scheint dagegen zu einem Anstieg des Kartenbetrugs zu führen. [weiter]
 
 
Bundestagswahl 2017
Brexit
Interaktive Landkarten
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