Deutsche Bank Research
Aktueller Kommentar
Mindestlohn: Erste negative Effekte werden sichtbar
Seit der Einführung des Mindestlohns sind mittlerweile etwa 100 Tage vergangen und Arbeitsministerin Andrea Nahles spricht bereits von einer Erfolgsgeschichte. Wir mahnen allerdings aufgrund erheblicher Wirkungsverzögerungen des Mindestlohns von EUR 8,50 je Stunde zur Vorsicht: Mittelfristig rechnen wir infolge der im internationalen Vergleich hohen Eingriffsintensität und nur weniger Ausnahmen unverändert mit deutlich negativen Effekten auf die Beschäftigung und einer Verfehlung der angestrebten Ziele einer gerechteren Einkommensverteilung und einer fiskalischen Entlastung. Mittelfristig gehen wir weiter von einem negativen Beschäftigungseffekt in Höhe von 800.000 Personen aus, wie wir ausführlich in unserer ex-ante Studie "Mindestlohn von EUR 8,50 je Stunde: Große Koalition auf dem Holzweg" darlegten. [weiter]
Druckfrisch
Gewinner und Verlierer der Dollar-Aufwertung
Nach den ersten drei Monaten des Jahres 2015 sieht es so aus, als ob die Weltwirtschaft 2015 etwa im selben Tempo expandieren wird wie 2014. Dabei dürften die Industrieländer ein stärkeres und die Schwellenländer ein etwas schwächeres Wachstum verzeichnen. Im Vergleich zu unseren Dezember-Prognosen ist die US-Konjunktur langsamer als erwartet ins Jahr gestartet. Andere Industrieländer, vor allem der Euroraum, haben unsere Annahmen dagegen übertroffen. Die Dollar-Aufwertung ist für den Euroraum und Japan ganz klar als positive Entwicklung anzusehen, denn eine Wechselkursabwertung ist ein wichtiger Übertragungskanal für die dort vor kurzem eingeleitete bzw. ausgeweitete QE-Politik zur Anhebung der heimischen Inflation von einem unangenehm niedrigen Niveau aus.  [weiter]
Europäische Integration
Europas Populisten im Profil: Strukturen, Stärken, Potenziale
Populistische Parteien gewinnen in den Ländern Europas an Bedeutung. Ihre Profile sind zwar grundverschieden, Einigkeit besteht jedoch in der Ablehnung weiterer Schritte der europäischen Integration. Trotz der Erfolge auf nationaler Ebene ist auf europäischer Ebene bislang kein nennenswerter Einfluss EU-skeptischer Parteien zu verzeichnen. Dennoch könnten populistische Kräfte mit ihrer Blockadehaltung insbesondere in Politikfeldern, die einen breiten Konsens erfordern, künftig Europapolitik gestalten: Etablierte Parteien könnten sich nämlich gezwungen sehen, einen Kurs einzuschlagen, der stärker auf vermeintlich nationale Interessen ausgerichtet ist. Dies könnte dazu führen, dass Reformen nicht rechtzeitig und in vollem Umfang umgesetzt werden und die notwendige institutionelle Weiterentwicklung der Eurozone blockiert wird. [weiter]
Deutschland im Blick
 
 
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