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Auswirkungen von Covid-19 auf die Weltwirtschaft

Autoren
Senior Economist
+1(212)250-6161
Michael Spencer
+8522203 8303
Peter Hooper
+1(212)250-7352
Mark Wall
+44(207)545-2087
Deutsche Bank Research Management
Stefan Schneider
Covid-19 entwickelt sich rasch zu einer globalen Pandemie. In Italien, Korea und dem Iran scheint sich das Virus rasch auszubreiten; inzwischen sind über 60 Länder direkt betroffen, und aus New York sowie zahlreichen anderen großen Städten rund um die Welt werden Fälle gemeldet.
Die jüngsten Daten aus China lassen auf schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft schließen; die Einkaufsmanagerindizes deuten auf einen rekordhohen BIP-Rückgang gegenüber dem Vorquartal in Q1 hin. In den kommenden Monaten könnten derartige Auswirkungen auch auf globaler Ebene zu verzeichnen sein. Gleichzeitig sind erste Anzeichen für eine beginnende Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit z.B. in Hongkong, Singapur und sogar einigen chinesischen Regionen zu erkennen, da sich die Menschen zunehmend an das Virus und die relativ geringe Mortalitätsrate gewöhnen; die Erkrankung wird inzwischen eher wie eine Grippe als eine SARS-Infektion betrachtet.
Insofern dürfte das Virus zwar so lange beträchtliche negative wirtschaftliche und finanzielle Konsequenzen haben, wie Angst und freiwillige soziale Distanzierung den normalen Tagesablauf stören; der Effekt sollte aber gleichzeitig von relativ kurzer Dauer sein, wenn diese ersten Reaktionen abklingen. In unserem neuen Basisszenario gehen wir von einem deutlichen Rückgang des chinesischen BIP im laufenden Quartal und einer spürbaren Erholung ab Q2 aus.
Dieses Muster dürfte sich – entsprechend der Ausbreitung des Virus – einige Monate später in Europa und den USA wiederholen. In den USA könnte das Wachstum in Q2 unter null liegen, und im Euroraum dürften die Wachstumsraten deutlicher negativ werden, bevor ab Q3 eine Erholung einsetzt. Insgesamt erwarten wir für die Weltwirtschaft in Q1 ein Negativwachstum, bevor eine allmähliche Rückkehr auf einen positiven Wachstumspfad erfolgt.
Diese Projektionen sind allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Wir haben unser Basisszenario absichtlich so gestaltet, dass sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken bestehen. Die Auffassung, dass sich die Lage besser unter Kontrolle halten lässt und die Auswirkungen geringer ausfallen als derzeit von uns angenommen, lässt sich durchaus vertreten. Wir haben darüber hinaus ein pessimistischeres Szenario ausgearbeitet, in dem die weltweite Aktivität in Q2 spürbar weiter zurückgeht und die Erholung erst ein Quartal später einsetzt.
In
Globale Wachstumsszenarien
*Gewichteter Durchschnitt US, EA, China und Japan
Quelle: Deutsche Bank
unserem Basisszenario rechnen wir mit Zinssenkungen der Fed um 50 Bp. bis zur März-Sitzung und zwei weiteren Zinsschritten von je 25 Bp. bei den folgenden Sitzungen (insgesamt: 100 Bp.). Die EZB dürfte zunächst mit gezielten Maßnahmen reagieren (z.B. ein spezielles LTRO zur Unterstützung von KMU in betroffenen Regionen) und darüber hinaus den Einlagensatz um 10 Bp. senken, wobei dieser Schritt voraussichtlich umstritten sein wird und erst spät erfolgen dürfte. Im pessimistischen Szenario wird die Fed Funds Rate auf null gesenkt, und die Fed leitet QE-Käufe ein. Ebenso würde die EZB ihre Zinsen noch stärker senken und weitere Vermögenswerte kaufen. In beiden Fällen ist mit fiskalpolitischen Maßnahmen in Europa zu rechnen.
Sowohl im Basis- als auch im pessimistischen Szenario sinken die Aktienkurse, und zwar um 20% bzw. 30% gegenüber dem vorhergehenden Höchststand, und die Anleiherenditen verharren eine Zeit lang auf einem historischen Tiefstand.
Dies ist ein Auszug aus unserem Special Report über die Auswirkungen von Covid-19 auf die Weltwirtschaft vom 2. März 2020.

Wichtige rechtliche Hinweise finden Sie unter: https://research.db.com/Research/Disclosures/Disclaimer
Englische Fassung vom 2. März 2020: ˮImpact of Covid-19 on the global economy: Updateˮ
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