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Remittances: Portugal sticht heraus

29. Oktober 2012

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aRegelmäßig wird die wachstumsfördernde Rolle von Geldsendungen diskutiert, die Auswanderer in ihr Heimatland zurücküberweisen. Oft wird angenommen, dass diese sog. Remittances die Kapitalbildung fördern, Investitionen anfachen und dadurch langfristig die Erwerbstätigenquote steigern. Werden die Mittel zudem in Bildung investiert, kann das die Produktivität ebenfalls steigern. Seit Ausbruch der Eurokrise wird diese Debatte nicht nur im Hinblick auf Schwellen- und Entwicklungsländer geführt. Auch die Staaten in der Euro-Peripherie stehen neuerdings im Mittelpunkt des Interesses. Hoffnungen leiten sich vor allem aus der Annahme ab, dass steigende Geldüberweisungen einen Wirtschaftseinbruch abfedern könnten.

Die Grafik zeigt die eingehenden Überweisungen der GIIPS-Staaten im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung. In den letzten 20 Jahren wiesen Irland, Italien und Spanien keine signifikanten Veränderungen auf: Ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung blieb konstant bei unter 1 Prozent – zu gering, um wirklich Rückschlüsse auf ihre Rolle beim Wachstum ziehen zu können. Anders in Griechenland und Portugal: Dort erreichten die Kapitalflüsse der Auswanderer in ihr Herkunftsland im Verhältnis zum BIP ein sehr hohes Niveau, das allerdings seit geraumer Zeit sinkt.

Portugal sticht heraus: Trotz deutlichem Rückgang lag der Wert im Vergleich zu den anderen betrachteten Staaten immer noch auf hohem Niveau. Daher könnte am ehesten noch bei Portugal ein Einfluss der Geldsendungen auf das Wirtschaftswachstum vermutet werden. Eine weitergehende Analyse liefert dafür jedoch keine Belege – mehr noch:

Die Auswirkungen von Rücksendungen auf das Wachstum zu analysieren, ist mit zahlreichen Problemen behaftet. Sowohl Geldüberweisungen als auch das Wachstum könnten von Größen beeinflusst werden, die bei der Analyse nicht berücksichtigt sind. Denkbar ist auch, dass sich Wachstum und Geldüberweisungen gegenseitig bedingen, wie der IWF in einem Working Paper betont.* Beispielsweise könnte niedriges oder negatives Wirtschaftswachstum die Zahl der Auswanderer steigen lassen, die dann wiederrum vermehrt Geld in ihr Heimatland senden.

Ob und welchen Einfluss Geldüberweisungen auf das langfristige Wirtschaftswachstum der Eurokrisenländer haben, kann daher nicht verlässlich gesagt werden. Sicher ist: Steigende Geldüberweisungen ersetzen keineswegs die notwendigen Reformprozesse in den Euro-Staaten der Peripherie. Allein sie versetzen Staaten in die Lage, langfristig den Weg zu nachhaltigem Wachstum zu finden.

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*Barajas, A. et al. (2009).  Do  Workers’  Remittances  Promote  Economic  Growth?  Internationaler Währungsfonds. Working Paper 09/153. Washington.

 

 
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