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Zinszahlungen weiterhin tiefer als vor Euroeinführung

5. Juli 2012

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Die Peripheriestaaten der Eurozone klagen zurzeit über erhöhte Zinslasten. Nachdem die Zinsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in weiten Teilen der Eurozone zwischen 2008 und 2010 abnahmen, stiegen sie im letzten Jahr wieder an. Dies ist primär auf einen Anstieg der Renditen neuemittierter Staatsanleihen sowie auf das Ausmaß der Staatsverschuldung zurückzuführen.

Auf den Finanzmärkten stellt sich unter diesen Umständen erneut die Frage, ob gefährdete Länder ihre Zinsen langfristig finanzieren können. Insbesondere Italiens Ministerpräsident Mario Monti zeigt sich besorgt, ob Italien der steigenden Zinslast weiter standhalten kann. Nach Griechenland hat Italien mit 4.8% des BIP die zweithöchsten Zinsausgaben der Eurozone. Dies entspricht 10.4% der italienischen Staatseinnahmen. Über die letzten 20 Jahre betrachtet zeigt sich jedoch, dass Italien momentan einen vergleichsweise geringen Anteil seines BIP für Zinsen ausgibt. Die durchschnittlichen Zahlungen zwischen 1990 und 2000 waren mit 10% des BIP mehr als doppelt so hoch wie 2011. Seit dem Wiedereintritt in das Europäische Währungssystem im Jahr 1996 profitierte Italien, wie auch andere Staaten, in starkem Ausmaß von der Angleichung der Renditen auf Staatsanleihen.

In einigen Staaten erklärt sich der Rückgang der Zinsausgaben in den Jahren vor der Finanzkrise allerdings nicht nur durch eine Angleichung der Renditen, sondern auch durch einen absoluten Rückgang der Staatsschulden über denselben Zeitraum. So sank beispielsweise die Staatsschuld Spaniens zwischen 1996 und 2007 von 68% auf 36% des BIP. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet in diesem Zusammenhang jedoch Griechenland. Die Zinsausgaben relativ zum BIP haben sich zwischen 1995 und 2007 aufgrund rückläufiger Renditen mehr als halbiert, obwohl das Staatsdefizit kontinuierlich anstieg.

Zuletzt ist zu erwähnen, dass Spanien trotz Renditen in Höhe von über 6% auf 10-jährige Staatsanleihen 2011 nur 2.4% des BIP für Zinszahlungen ausgeben musste. Dieser Wert bedeutet zwar einen Anstieg gegenüber 2010, liegt jedoch noch immer unter den Ausgaben von Deutschland und Frankreich, welche 2011 je 2.6% des BIP zur Finanzierung der Zinsen aufwenden mussten.

 

 

 

 

 
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