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Cloud Computing in Bildung und Forschung: Aufwind im wissenschaftlich kreativen Umfeld

25. Juni 2012

 

Cloud Computing ist einer der wichtigsten Trends in der Wirtschaft – doch nur in der Wirtschaft? Nein, speziell für Bildungs- und Forschungseinrichtungen bieten cloud-basierte Lösungen große Potenziale, um mit immer weiter ansteigenden Datenmengen und den Anforderungen von weltweit über verschiedene Zeitzonen hinweg agierenden Forschungsverbünden von Unternehmen und Wissenschaftsakteuren zurechtzukommen. Wenn Sie mehr über die Potenziale und auch Herausforderungen wissen wollen, lesen Sie hier…

Der informationstechnische Fortschritt ist gerade in Bildung und Forschung im Gange, da sich Wissenschaft und Lehre grundlegend verändern: Viele forschende Hochschulen arbeiten eng und meist projektbasiert mit einer wachsenden Zahl von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft weltweit zusammen. Dies bringt ganz neue Herausforderungen für die Informationssysteme mit sich. So fallen zum einen in den weltweiten Kooperationen immer mehr Daten an, die eine leistungsfähige IT-Infrastruktur schnell und zuverlässig verarbeiten soll. Zum anderen sehen sich die Hochschulen mit anspruchsvollen Forschern und Studenten einer neuen Generation konfrontiert. Diese „Digital Natives“ gehen geradezu natürlich mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und neuesten IT-Anwendungen um. So geprägt, erwarten sie, dass eine zeitgemäße Infrastruktur zum Forschen und Lernen zur Verfügung steht.

Die Bildungs- und Forschungseinrichtungen sind also Vorläufer und Schmelztiegel der sich realisierenden wissensbasierten Informationsgesellschaft. An diesen Orten zeigt sich schon heute, was Wirtschaft und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts beschäftigen wird. Es geht beispielsweise um die Verarbeitung der weiter anwachsenden Informationsflut, die Schaffung von Wissen aus Information, die Validierung von Information, aber auch das möglichst einfache Angebot von innovativen Lernmodulen über das Internet.

aCloud Computing kann bei vielen dieser Aufgaben wertvolle Hilfe leisten. So zeigen einige Pilotprojekte, wie das US-amerikanische internet2 Konsortium, dass die flexible Bereitstellung von IT-Kapazitäten sehr gut zu den Anforderungen der über verschiedene Zeitzonen hinweg weltweit agierenden Kooperationen passt. Cloud-Lösungen können den Hochschulen und Wissenschaftsakteuren auch helfen, den Anwender mit seiner eigenen individuellen Zugangstechnologie einzubinden („Bring your own device“, BYOD). Im Zeitalter von Tablets, Smartphones, mobilen Apps und immer neuen Lösungen ist dies wohl mehr die Pflicht als die Kür und für die Anwender äußerst attraktiv.

Durch cloud-basierte Lösungen bietet sich auch die Möglichkeit, die bislang oft zerklüfteten IT-Landschaften der zentralen Einrichtungen, Fakultäten, Sonderforschungsbereiche und Lehrstühle, die in einer typischen Hochschule vorherrschen, effizient zusammenarbeiten zu lassen. Angebote aus Forschung und Lehre können dadurch ganz anders als heute den potenziellen Interessenten nahe gebracht werden. Es entstehen ganz neue Unterstützungsinfrastrukturen. Diese helfen der Wissenschaft und auch der Wirtschaft, die Potenziale wissensbasierter Zusammenarbeit beispielsweise durch die kollaborative Entwicklung neuer Technologien, Prozesse und Dienstleistungen auf Basis von offenen Lehrveranstaltungen oder Forschungsprojekten zu nutzen. Die IT-Infrastrukturlandschaften verändern sich und mit ihnen wandeln sich auch die Strukturen und Managementsysteme. Denkbar ist, dass mit der Verbreitung des Cloud Computing auch Campus-Management-Systeme, Lernmanagementsysteme (Prüfungsverwaltung) und virtuelle Kollaborationsräume für Forschende, Lehrende und Lernende schon sehr bald zum selbstverständlichen Kriterium des hochschulischen IT-Management werden.

Doch trotz aller Potenziale sind am Himmel des Cloud Computing nicht nur Schäfchenwolken auszumachen. So stehen den vielversprechenden Vorteilen auch etliche Herausforderungen auf technischer, juristischer, wirtschaftlicher und organisatorischer Seite gegenüber. So liegen konkrete wichtige Herausforderungen bei der optimalen Auslastung der angebotenen IT-Kapazitäten, den im Detail oft nur schwer nachvollziehbaren Vertragsbeziehungen, den Gefahren hinsichtlich Datenschutz bzw. Datensicherheit und den potenziellen ökonomischen Friktionen, die die zwangsläufig enge langfristige Bindung des Anwenders an einen Cloud-Anbieter mit sich bringen.

Um die erheblichen Potenziale des Cloud Computing zu nutzen, braucht es – wie in der Wirtschaft – auch im Bildungs- und Forschungsbereich dringend Richtlinien und darüber hinaus kompetente IT-Spezialisten neuer Prägung. Diese müssen dann als Manager arbeiten, die den Strukturwandel begleiten, die nachhaltige Wirtschaftlichkeit der Angebote prüfen und erforderliche Service-Level verhandeln.

Bei der Realisierung von Cloud Computing-Lösungen im Bildungs- und Forschungsbereich sind Banken bereits heute nicht nur als Financier sondern insbesondere auch als inhaltlicher Partner willkommen. So haben sich Banken bereits intensiv mit den Chancen und Risiken des IT-Outsourcing beschäftigt – unter das auch Cloud Computing subsummiert werden kann. Dabei konnten sie wertvolle Erfahrungen bei der Ausgestaltung vertraglicher Rahmenwerke (insb.Service Level Agreements, SLA), den regulatorischen Anforderungen, sowie der Governance sammeln. Perspektivisch könnten sich solche Partnerschaften durchaus noch vertiefen. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Fragen zur Vertauenswürdigkeit, zur Zertifizierung oder künftig auch zum Handel mit (Cloud-)Kapazitäten.

Cloud Computing-Lösungen bieten also einige Ansätze, um die Notwendigkeiten der modernen Informationsgesellschaft zu gestalten, die sich heute besonders in Forschung und Lehre sowie in der wissensbasierten Wirtschaft stellen. Investitionen in den stetigen Ausbau von IT-Infrastrukturen und IT-Kompetenzen von Hochschulen bzw. Unternehmen sind nicht nur notwendig, sie haben auch das Potenzial, vor allem mittelständischen Partnern von Hochschulen zu helfen, völlig neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit Wissenschafts- und Lehrinstitutionen durch projektwirtschaftliche Ansätze zu eröffnen.

Es steht zu hoffen, dass die erheblichen IT-Investitionen im Bereich von Bildung und Forschung (allein in deutsche Hochschulrechenzentren wurden 2010 rd. EUR 500 Mio. investiert) auch mit Hilfe einiger dieser Lösungen angegangen werden. Es steht auch zu hoffen, dass – wie im Fall des Internet2Konsortiums – Software- und Telekommunikationsunternehmen sich mit den Hochschulen verständigen, um so erfahrungsbasiert und lernend die jeweils besten Lösungen für die unterschiedlichen Akteure hervorzubringen. Denn im globalen Wettlauf um Exzellenz und Fachkräfte und der stärker wissens- und innovationsbasierten Wirtschaft bestimmt dies auch über die Wettbewerbsfähigkeit von Hochschulen und Unternehmen.

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