Deutschland bei Innovationen eines der führenden EU-Länder
24. Februar 2009
Berichte, die Vertrauen (in die eigene Leistung) und Zuversicht stärken – zwei grundlegende Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg – sind rar geworden in der Tagespresse. Daher hebt sich die Veröffentlichung des European Innovation Scoreboard (EIS) 2008, zumindest aus deutscher Sicht, positiv von den derzeit dominierenden Artikeln über Konjunktureinbrüche und der weltweiten Finanzkrise ab. Die Ergebnisse des EIS 2008 zeigen, dass die deutsche Volkswirtschaft bezüglich ihres Innovationsverhaltens international vorne mit dabei ist.
Deutschland überrascht in der Rangfolge 2008 mit einem dritten Platz, hinter den Finnen und den erstplatzierten Schweden, nachdem es 2007 noch auf dem 7. Platz lag. Die untersuchten 27 Mitgliedstaaten werden in vier Cluster aufgeteilt. Zusammen mit den Ländern Schweden, Finnland, Dänemark und dem Vereinigten Königreich bildet Deutschland das erste Länder-Cluster „Innovation Leaders“, – eine Gruppe von Ländern, welche die Führungspositionen im Innovationsverhalten innerhalb der EU einnehmen. Darüber hinaus gibt es die Cluster „Innovation Followers“, „Moderate Innovators“ und „Catching-up Countries“. Analysiert werden die einzelnen Volkswirtschaften hinsichtlich ihres Innovationsverhaltens in den drei Dimensionen „Enablers“. „Firm Activities“ und „Output“. Letzteres beschreibt die Fähigkeit eines Landes, innovative Ideen und Erfindungen auf den entsprechenden Absatzmärkten zu platzieren. Messbar gemacht wird dies anhand der Entwicklung von Beschäftigung, Exportanteilen oder Umsatzzahlen. In dieser Kategorie schneidet Deutschland im 27-Ländervergleich am besten ab. In der Dimension „Enablers“ werden beispielsweise für Unternehmen wichtige exogene, innovationsstimulierende Indikatoren, wie Bildungsabschlüsse in Naturwissenschaften und Ingenieurswesen, oder regierungsunterstützende Maßnahmen, wie Forschungs- und Entwicklungsausgaben in % des Bruttoinlandsprodukts gemessen. Zum Indikatorensatz der „Firm Activities“ zählen unter anderem die Kollaborationsneigung von Unternehmen mit anderen Marktakteuren im Innovationsprozess oder die Patentanmeldungen am Europäischen Patentamt.
Somit wird Deutschland laut Meinung des aktuellen EIS, nach der Veröffentlichung des zu Beginn des Jahres erschienenen Länderranking des Global Innovation Index von INSEAD, zum zweiten Mal bestätigt, dass seine Stärke darin liegt, Ideen und Erfindungen in absatzfähige Güter und Dienstleistungen umzuwandeln.
Siehe auch The Global Innovation Index and Report 2008-2009 – Ein Newcomer im Konzert der Innovationsindizes