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Diesel – Totgesagte leben länger?

27. April 2017
Der Diesel-Skandal sowie politische Unsicherheiten über die künftige Regulierung sind maßgeblich dafür, dass der Anteil von Diesel-Autos an den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland und in den meisten anderen EU-Ländern zuletzt deutlich gesunken ist. Will die Automobilindustrie weiter auf die Diesel-Technologie setzen, muss sie die Schadstoffproblematik auch im realen Fahrbetrieb glaubhaft in den Griff bekommen. Gelingt dies nicht, dürfte der Gesetzgeber die regulatorischen Rahmenbedingungen für Diesel-Autos Schritt für Schritt verschlechtern. Schafft es die Branche jedoch, saubere Diesel-Pkw zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen auf den Markt zu bringen, werden diese Autos für einen großen Teil der Autofahrer solange lukrativ sein, bis alternative Antriebstechnologien aus Sicht des Kunden wettbewerbsfähig sind. Der aktuelle Abgesang auf die Diesel-Technologie käme dann zu früh. [mehr]

Weitere Dokumente von Eric Heymann

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14. März 2018
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Die Stickoxidemissionen (NOx) in Deutschland sind zwischen 1995 und 2016 um 44% gesunken. Besonders starke Rückgänge (-62%) verzeichnete der Straßenverkehr. Dennoch drohen nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig innerstädtische Fahrverbote für bestimmte Diesel-Pkw. Es gibt offenkundig einen Zielkonflikt zwischen dem Anspruch der Menschen auf saubere Umgebungsluft und dem Schutz der Besitzer von Diesel-Pkw vor einer Entwertung ihrer Fahrzeuge. Diesen Zielkonflikt könnte man über die Zeitschiene lösen. So könnte die Politik eine Blaue Plakette für emissionsarme Diesel-Pkw einführen, dies aber zugleich mit einer Übergangsfrist für ältere Autos begleiten. [mehr]
5. März 2018
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Von Anfang an standen die Verhandlungen unter einem ungünstigen Stern. Dazu hat zunächst die Verweigerung einer Neuauflage der Groko seitens der SPD-Führung beigetragen. Dann führten die teilweise diametral entgegengesetzten Interessenlagen der Beteiligten, vermeintlich üppige finanzielle Spielräume und das Desinteresse der Bevölkerung an grundlegenden Reformen zu einem in vielen Teilen widersprüchlichen Maßnahmenkatalog, der insgesamt den Einfluss des Staates in Wirtschaft und Gesellschaft zu Lasten individueller Freiräume weiter erhöht. Doch derzeit überwiegt die Erleichterung darüber, dass Deutschland wieder eine „ordentliche“ Regierung hat. Allerdings könnten sich wohl nicht nur die Koalitionäre bald fragen, ob der Preis nicht doch zu hoch war. [mehr]
12. Februar 2018
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Die deutsche Industrie dürfte sich auf dem Höhepunkt im aktuellen Konjunkturzyklus befinden. Die inländische Produktion stieg 2017 preisbereinigt um 3%. Dies war der stärkste Zuwachs seit 2011. Auch die Erzeugerpreise (+2,3%) nahmen im letzten Jahr so stark zu wie seit 2011 nicht mehr. Zwar entwickelten sich die Auftragseingänge in der Industrie bis zuletzt sehr positiv. Gleichwohl sprechen einige Faktoren dafür, dass die Wachstumsdynamik im Verlauf 2018 nachlassen dürfte. Dazu zählen der starke Euro sowie die zuletzt leicht rückläufigen Geschäftserwartungen. 2018 dürfte die deutsche Industrieproduktion um 2,5% zunehmen. Die hohen Lohnabschlüsse sowie die beabsichtigten Einschränkungen bei befristeten Arbeitsverträgen dürften dämpfend auf die Neueinstellungen der Unternehmen wirken. [mehr]
14. Dezember 2017
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Die deutsche Wirtschaft ist in 2017 um rund 2,3% gewachsen und lieferte damit die positive Überraschung unter den Industrieländern. In 2018 dürfte das BIP nochmals um 2,3% steigen. Dies wäre das fünfte Jahr in Folge, in dem Deutschland über Potenzial wächst. Die anstehende Lohnrunde, insbesondere aber die hohe Nachfrage bei global abschmelzenden freien Kapazitäten, könnten zu einer stärkeren zugrundeliegenden Preisdynamik führen, als von uns derzeit prognostiziert. Wir haben schon im Vorfeld der Bundestagswahl unsere Sorge geäußert, dass eine neue Regierung aufgrund der aktuellen (vorübergehenden!) Idealkonstellationen am Arbeitsmarkt und im Staatsaushalt den immer drängenderen Herausforderungen durch Digitalisierung, Demografie und Globalisierung – ähnlich wie ihre Vorgängerin – nicht genügend Aufmerksamkeit schenken wird. Die unerwarteten Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung haben diese Sorgen nochmals erhöht. [mehr]
1. Dezember 2017
Region:
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Die EU-Kommission hat neue CO₂-Grenzwerte für Pkw vorgeschlagen. Diese können allein mit Verbrennungsmotoren nicht erreicht werden. Insofern erzwingt die Regulierung eine Elektrifizierung des Antriebstrangs. Bislang spielt der durchschnittliche Autokäufer jedoch nicht mit und lässt Autos mit alternativen Antriebstechnologien weitgehend links liegen. Insgesamt gibt es klimapolitische Instrumente, die ökologisch treffsicherer und ökonomisch effizienter sind als CO₂-Grenzwerte für Pkw. [mehr]
20. November 2017
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Deutschland hat seine Emissionen von Treibhausgasen (THG) zwischen 1990 und 2016 um 27,6% reduziert. Lässt man die Effekte der ersten Jahre nach der Wiedervereinigung außer Acht, ergibt sich zwischen 1995 und 2016 immerhin eine Reduktion um gut 19%. Das ist beachtlich, gerade im internationalen Vergleich. Denn auf globaler Ebene sind im gleichen Zeitraum die energiebedingten CO₂-Emissionen um mehr als 50% gestiegen. [mehr]
3. November 2017
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Angestrebte Jamaika-Koalition: Nach der Sondierung ist vor den Verhandlungen. Es zeichnet sich ab, dass die Kanzlerwahl erst im Januar erfolgen könnte. Nachdem in der ersten Runde der Sondierungsgespräche bei vielen Themen entscheidende Details offen geblieben sind, stehen in den nächsten Wochen weitere herausfordernde Runden an. Erst danach sollen die eigentlichen Koalitionsverhandlungen erfolgen. Der gesamtwirtschaftliche Impuls einer schwarz-gelb-grünen Fiskalpolitik dürfte anfänglich, d.h. im Jahr 2018, eher begrenzt sein. Gleichwohl sind Schritte in die richtige Richtung einer Stärkung des Standortes Deutschland zu erwarten. (Weitere Themen in dieser Ausgabe: November-Steuerschätzung, deutscher Leistungsbilanzüberschuss, Industrie in der EU, EZB-Politik) [mehr]
21. September 2017
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Die deutschen Automobilhersteller haben in Westeuropa und den USA zuletzt Marktanteile verloren. Dies hängt auch, aber nicht nur mit der Diesel-Debatte zusammen. In China nahm der Marktanteil der deutschen Hersteller im 1. Halbjahr von 2017 gegenüber den beiden Vorjahren wieder zu. Die deutsche Automobilindustrie hat grundsätzlich gute Chancen, auch künftig ihre Marktposition in den wichtigen Automärkten der Welt mindestens zu halten. [mehr]
12. September 2017
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Neuwagenkäufer in Deutschland achten bei der Wahl ihres Fahrzeugs vor allem auf das Preis-Leistungsverhältnis, Komfort und Sicherheit. Dies geht aus dem jüngsten Bericht „Trends beim Autokauf“ der Aral AG hervor. Gegenüber der Umfrage von 2015 nahm die Bedeutung von Umweltfreundlichkeit zwar um 5%-Punkte auf 25% zu, sie rangiert aber lediglich auf Rang 11 und liegt damit hinter Aspekten wie Ergonomie oder Image. Angesichts der in den letzten Monaten sehr lebhaften Debatte über zu hohe Schadstoffemissionen (Stickoxide) vieler Diesel-Pkw fällt dieser Anstieg durchaus gering aus. [mehr]
6. September 2017
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Deutsche Konjunktur boomt, Lohninflation bleibt derzeit noch aus. Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2017 von 1,6% auf 1,9% angehoben. Die Prognose für 2018 haben wir nur leicht erhöht (von 1,7% auf 1,8%), da wir erwarten, dass der robusten Binnenkonjunktur wechselkursbedingte zunehmende Gegenwinde beim Export gegenüberstehen. Da sich die Aufwertung des Euro nur allmählich bemerkbar machen wird und die Investitionen anziehen, dürfte sich die BIP-Expansion in H2 nur geringfügig verlangsamen. Anfang 2018 stehen Tarifverhandlungen in wichtigen Sektoren an. Angesichts der günstigen Arbeitsmarktsituation sind eigentlich Abschlüsse von über 3% zu erwarten. Allerdings ist die (klassische) Phillips-Kurven-Relation nur schwach ausgeprägt und andere Faktoren könnten ein größeres Gewicht haben. (Weitere Themen in dieser Ausgabe: Lohnrunde 2018, deutsche Industrieprognose, unser EZB-Szenario) [mehr]
30. August 2017
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Die deutsche Industriepolitik fiel in den vergangenen Jahrzehnten zurückhaltend aus, gerade im Vergleich zu einigen anderen europäischen Ländern. Dies hat sich bewährt. Auch künftig sollte sich die Bundesregierung mit aktiver Industriepolitik zurückhalten. Dennoch halten wir es in einzelnen Bereichen für notwendig, dass sich der Staat mehr engagiert bzw. seine bisherige Politik neu ausrichtet. Handlungsbedarf sehen wir z.B. bei den Netzinfrastrukturen. Bei der Energiewende sollte das politisch Wünschenswerte stärker an tatsächlich Machbare angeglichen werden. [mehr]
3. August 2017
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Die Ergebnisse des gestrigen Diesel-Gipfels dürften nur eine Zwischenlösung sein. Angesichts der aktuellen Stimmungslage dürfte der Diesel-Antrieb mittel- bis langfristig nur dann eine Chance haben, wenn es der Automobilindustrie glaubhaft gelingt, die Schadstoffemissionen auch im realen Fahrbetrieb und bei (nahezu) allen meteorologischen Bedingungen unter dem festgesetzten Grenzwert zu halten. Gelingt dies nicht, dürften sich immer mehr Kunden vom Diesel abwenden, weil sie übermäßig hohe Wertverluste oder strengere Regulierungen befürchten müssen. [mehr]
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