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Die Ruhe vor dem Sturm: Kreditvergabe und Konjunktur in Q4 2019

13. März 2020
Im Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen ist 2020 eine erhebliche Verlangsamung zu erwarten. Das vierte Quartal war dagegen noch robust (Kreditvolumen EUR +6,8 Mrd., +4,9% ggü. Vj.). Das zuletzt geringe Einlagenwachstum (+1,1%) sollte sich in der Rezession deutlich beleben. Die Kreditnachfrage dürfte spürbar nachlassen, die Banken die Kreditstandards verschärfen und Margen ausweiten. Offen ist, ob die Zinsen daher wie üblich sinken oder sogar steigen werden. Die deutsche Wirtschaft wird 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie voraussichtlich um 0,2% schrumpfen. In Q4 2019 verharrte das BIP auf Vorquartalsniveau. Bemerkenswert war der Konsumstreik der privaten Haushalte. Der Löwenanteil der positiven Impulse kam vom Lageraufbau, wenngleich auch Staatskonsum und Bauinvestitionen marginal zum Wachstum beitrugen. Das konnte den negativen Außenbeitrag aber lediglich ausgleichen. [mehr]

Weitere Dokumente zum Thema "Deutschland"

301 Dokumente
29. Mai 2020
1
Einzelhandelsumsätze in Deutschland sinken im April um 5,3% gg. Vormonat. Weniger schlecht als befürchtet. * ifo Institut stellt neue BIP-Prognose für Deutschland vor: Rückgang um knapp 7% im Jahr 2020 gefolgt von einem Anstieg um rd. 10% im Jahr 2021. * Experimenteller Frühindikator des Statistischen Bundesamts. Danach dürfte nominaler Umsatz der gesamten gewerblichen Wirtschaft im April um 13,8% gg. Vormonat geschrumpft sein. * VDMA-Umfrage: Entspannung bei den Lieferketten, aber Nachfragerückgang verschärft. * Gesamter Primärenergieverbrauch in Deutschland sinkt im 1. Quartal um knapp 7% gg. Vj. * Bauindustrie rechnet für 2020 mit Rückgang des realen baugewerblichen Umsatzes um 3%. Beschäftigung wird stabil erwartet. [mehr]
28. Mai 2020
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EU will EUR 750 Mrd. über Anleihen aufnehmen, die zwischen 2028 und 2058 gemeinsam aus EU-Budget zurückgezahlt werden sollen. EUR 500 Mrd. sollen als nicht zurückzahlbare Zuschüsse an die Mitgliedstaaten weitergegeben werden (überwiegend an Südeuropa), EUR 250 Mrd. in Form von Krediten. Rückzahlung soll auch durch neue, EU-eigene Instrumente erfolgen (Digitalsteuer, CO2-Grenzabgabe). * Merkel bestätigt: Mindestabstand ist eine Verpflichtung. * Gesundheitsministerium hat Testverordnung in Ressortabstimmung gegeben. Tests für bestimmte (auch symptomfreie) Personengruppen. Kosten sollen Krankenkassen tragen. * Negativer Nebeneffekt der Krise: Mehr Schwarzarbeit erwartet. Anteil am BIP könnte auf mehr als 10% steigen. [mehr]
27. Mai 2020
3
GfK-Konsumklima: Konsumentenstimmung etwas vom Corona-Schock erholt. Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung legen leicht zu. Aber Konsumklima weiter tief im Minus. * ifo-Exporterwartungen: Stimmung der deutschen Exporteure hat sich nach Rekordtief im Vormonat leicht erholt. * Gastronomie leidet unter Kapazitätsbegrenzungen. * Bund und Länder haben sich auf Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni verständigt. * Weitere Lockerungen auf Landesebene für verschiedene Bereiche (z.B. Sporteinrichtungen, Kultur). Verlängerung der Kontaktbeschränkung ist damit nur noch ein Rahmen, in dessen Grenzen länderspezifische Regelungen entscheidend sind. [mehr]
26. Mai 2020
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ifo Geschäftsklima: Geschäftserwartungen verbessert, Lageeinschätzung nochmals leicht verschlechtert. * BIP-Details für Deutschland für Q1: Bauinvestitionen und Staatsausgaben wirken stützend, können aber Rückgang bei privatem Verbrauch, Ausrüstungsinvestitionen und Exporten nicht ausgleichen. * Deutsche Bank Research: Globaler Warenhandel dürfte 2020 um etwa 14% schrumpfen und sich im Jahr 2021 um nur 7,5% erholen. * Bitkom und Bankenverband fordern schnelle Hilfe für Startups. Gefahr, dass Startup-Hilfsprogramm der Bundesregierung viele Unternehmen nicht schnell genug erreicht. * Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sinken im März um 10,5% gg. Vormonat. * Verlängerung der Kontaktbeschränkungen (z.B. Abstandsgebot) bis 5. Juli wahrscheinlich. [mehr]
25. Mai 2020
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Sämtliche Exportmärkte für Deutschland sind von der Corona-Krise ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen. Die Exporte nach Großbritannien und Italien könnten im Jahr 2020 um rund 25% gegenüber dem Vorjahr sinken. Auch die Exporte nach Frankreich, Spanien und in den Euroraum insgesamt dürften deutlich schrumpfen. Dagegen könnten die Ausfuhren nach Asien von der Corona-Krise nur in relativ geringem Umfang betroffen sein. Bei den Exporten in die USA wird für das Jahr 2020 verbreitet ein Rückgang um rund 10% erwartet. Doch diese Prognose ist unseres Erachtens mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. [mehr]
22. Mai 2020
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Die Corona-Pandemie und die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen werden die deutsche Wirtschaft in den größten Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg stürzen. Bis Ende April hatten bereits 751.000 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Damit könnte sich in nächster Zeit die Zahl der tatsächlich in Kurzarbeit befindlichen Personen auf bis zu 10 Mio. erhöhen. Trotz der umfangreichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung, zu denen letztlich auch direkte Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen gehören, wird die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2020 voraussichtlich auf 3 Mio. klettern. Nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen auf den personalintensiven Dienstleistungssektor dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2020 voraussichtlich um gut 1% sinken. [mehr]
13. Mai 2020
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Schwächer als erwartete „harte Daten“ für März und geradezu erschreckende Umfrageergebnisse für April deuten darauf hin, dass die Talsohle der Konjunktur auf einem tieferen Niveau liegen könnte als bisher angenommen. Wir prognostizieren inzwischen für das zweite Quartal eine BIP-Kontraktion um 14% gg. Vq., wobei die Abwärtsrisiken weiterhin überwiegen. Im Jahr 2009 hat der private Konsum in der Rezession als wichtiger Puffer fungiert. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, der sozialen Distanzierung und der voraussichtlich deutlich sinkenden Einkommenserwartungen dürfte der private Konsum im Jahr 2020 um 10% schrumpfen. Angesichts des weltweit asynchronen Verlaufs der Corona-Pandemie und der anhaltenden Einschränkungen des Welthandels wird die Erholung (die Mitte Mai einsetzen und sich dann in der zweiten Jahreshälfte verstärken sollte) wahrscheinlich nicht so dynamisch sein wie ursprünglich erhofft. Für Deutschland erwarten wir daher in diesem Jahr eine BIP-Kontraktion um 9% und 2021 wieder ein Wachstum von etwa 4%. (Außerdem in dieser Ausgabe enthalten: Öffentliche Finanzen, Verarbeitendes Gewerbe, krisenbedingter Burgfriede in der Politik geht zu Ende) [mehr]
13. Mai 2020
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Bargeld war zu Beginn der Corona-Krise europaweit sehr gefragt, der Euro-Umlauf stieg im März sprunghaft um EUR 36 Mrd. ggü. Vormonat. Knapp die Hälfte davon waren „kleine“ Scheine, mit denen tägliche Einkäufe bezahlt werden. In Deutschland wird beim Einkaufen seit März jedoch häufig kontaktlos gezahlt statt bar. Gründe sind der Wunsch nach Infektionsschutz und die Aufforderung des Handels, unbar zu zahlen. Kontaktlose Kartenzahlungen dürften dauerhaft einen Teil der Barzahlungen ersetzt haben, auch wenn nicht alle bargeldaffinen Kunden ihre Zahlungspräferenzen ändern werden. [mehr]
29. April 2020
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Wegen der Corona-Krise wird die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2020 voraussichtlich um real etwa 10 bis 15% sinken. Gesellschaft und Wirtschaft werden lernen, mit dem Coronavirus zu leben und dabei gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Risiken abzuwägen. 2021 könnte die Industrieproduktion im Jahresdurchschnitt um real mehr als 10% steigen. Doch grundsätzlich sehen wir die Gefahr, dass Deutschlands Attraktivität als Industriestandort in den nächsten Jahren sinkt. Politik und Industrieunternehmen dürften und sollten die Corona-Krise zum Anlass nehmen, politische Weichenstellungen vorzunehmen und Strukturreformen auf den Weg zu bringen. [mehr]
28. April 2020
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Da die finanziellen Mittel des Staates zur Bekämpfung der Corona-Krise begrenzt sind, sollten sie dort eingesetzt werden, wo sie den höchsten Nutzen stiften oder möglichst große Teile der Schäden kompensieren, die durch den staatlich verordneten Lockdown entstehen. Anders als andere Sektoren wie die Gastronomie war und ist die Automobilproduktion in Deutschland nicht vom staatlichen Lockdown betroffen. Auch die Autohäuser haben inzwischen wieder geöffnet. Eine Abwrackprämie für Autos führt zudem zu Vorzieheffekten mit entsprechenden Rückgängen im nächsten Jahr sowie zu Mitnahmeeffekten, von denen vor allem Besserverdiener profitieren. Das wirtschaftliche Wohlergehen der deutschen Autohersteller hängt nur noch bedingt vom Autoabsatz in Deutschland ab. Und schließlich gibt es mit den Subventionen für Elektroautos bereits eine ökologisch ausgerichtete Kaufprämie. [mehr]
28. April 2020
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Hamburgs Wohnungspolitik weist eine ausgewogene Balance zwischen staatlichen und marktwirtschaftlichen Elementen auf. Als Folge einer kräftigen Angebotsausweitung und eines verhaltenen Einwohnerwachstums dürfte die Preisdynamik abebben. Gelingt es der Stadt, den Preis- und Mietzyklus zu beenden, gewinnt Hamburg als Unternehmensstandort an Attraktivität. Dies könnte sich insbesondere vor dem Hintergrund einer höheren Zuwanderung im Nachgang der Corona-Krise positiv auf den Arbeitsmarkt, aber auch die Wirtschaft insgesamt auswirken. [mehr]
24. April 2020
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Die deutsche Regierung hat schnell und entschieden gehandelt, um die ökonomischen Schäden der Corona-Pandemie zu begrenzen. Sowohl mit Blick auf die betragsmäßigen Volumina als auch auf die Reichweite der ergriffenen Rettungsmaßnahmen hat die fiskalische Antwort des deutschen Staates auf die Corona-Krise ein in der Nachkriegszeit noch nie da gewesenes Ausmaß erreicht. Aufgrund des tiefen und breiten wirtschaftlichen Einbruchs, der drohenden Inanspruchnahme von Teilen der gewährten öffentlichen Garantien und nicht auszuschließender haushaltsbelastender Kreditausfälle und Beteiligungsverluste erwarten wir, dass das Staatsdefizit in unserem Basis-Szenario 2020 etwa 6,7% und 2021 ca. 4,5% vom BIP betragen dürfte. Aus diesem Grund, aber auch mit Blick auf die Finanzierung der umfangreichen öffentlichen Kredit- und Beteiligungsprogramme, dürfte die Staatsschuldenquote bereits bis Ende 2021 auf fast 75% des BIP ansteigen. Sollte sich jedoch unser Risikoszenario materialisieren, könnte das Staatsdefizit im Jahr 2021 auf fast 10% des BIP anschwellen und die Staatsschuldenquote auf 86 ½% hochschießen. [mehr]
6.4.1